Jahresbericht Tauteam 2013 / 2014
Haben wir Zukunft? Und wenn ja, welche? Das fragten sich Mitglieder der franziskanischen Gemeinschaften Deutschlands im Juli an einer Tagung über „Zukunft Orden". Als Kundschafterinnen in Neuland kehrten die Teilnehmenden zurück. Zukunft hat nicht wirklich, wer zum Leben heute sagt: „Es geht, es geht noch immer, noch gut...". - Wie lange noch?? Zukunft hat, wer die Frage beherzt beantwortet: „Was wollen wir?" Der Bericht des Tauteams zuhanden der Herbstversammlung der Schweizer INFAG zeigt auf, welche Prioritäten wir in den vergangenen Monaten in unserer Basisarbeit gesetzt haben und wohin sich unser Engagement entwickelt.
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Bildungstag des Schweizer Franziskanien
Gott ist mit Menschen. Menschen sind miteinander, Jesus ist mit seinen Jüngern auf dem Weg, unterwegs... Christus sagt: »Ich bin der Weg!« Der Weg! Also ein Geschehen, ein Prozess - aber nicht: »Ich bin der Standpunkt!« Nicht stehen bleiben auf einem Punkt, sondern gegen. Homo viator!
(Kurt Marti)
Wohin soll denn unsere Wanderschaft gehen? Wohin lenken uns unsere Sehnsüchte? Friede und Wahrheit benennen existenzielle Ziele. Mitte September widmete sich der Bildungstag der INFAG im Mattli Antoniushaus den Friedensvisionen der Bibel und bei Franz von Assisi.
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Franziskanisch bewegt
"Für was steht eigentlich dieser Franziskus? Können seine Werte und Haltungen noch Antworten geben auf die Probleme unserer Zeit? Eine neue franziskanische Bewegung ist es noch nicht, doch viele sind schon aufgebrochen – auf unterschiedlichen Wegen." So schreibt die eben erschienene Sommernummer von "Franziskaner", Quartalzeitschrift der deutschen Franziskanerprovinz. Sie schildert an eindrücklichen Beispielen, was moderne Menschen heute bewegt, die Welt mit Franz von Assisi zu sehen, Kirche in seinem Geist zu erneuern und das eigene Leben "franziskanisch" einzufärben.
Niklaus Kuster hat dem Heft eine "kleine Geschichte der franziskanischen Bewegung" beigesteuert.
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Auf dem Weg in den Weinkeller
Edle Tropfen "Merlot dei Frati" aus dem Weinkeller des Klosters Lugano, von den Tessiner Kapuzinern liebevoll gekeltert, gehören mit zu den Gaben der Schöpfung und Früchten menschlicher Arbeit, um die der sommerliche Wettersegen bittet. Das Tauteam wünscht allen Freunden, Geschwistern und Leserinnen dieser Seiten einen köstlichen Sommer, erholsame Wochen und genussvolle Stunden.
Den "Merlot dei Frati" haben wir eben Anfang Juli an unserer letzten Tagung vor der Ferienpause im Kloster Bigorio genossen. Ein spannender Kreis von zwei Dutzend Kapuzinern, Ingenbohler Schwestern und franziskanisch engagierten Eheleuten hat - von Papst Franziskus neu herausgefordert - die "Option für die Armen" im eigenen Leben und Schaffen ausgeleuchtet. Es gibt eine Armut, die Franz und Klara von Assisi liebevoll umarmen, und eine Armut, die sie mit ganzer Leidenschaft bekämpfen. Es gibt einen Reichtum, der verbindet, und einen Reichtum, der trennt. Die Erkenntnisse der Tagung werden in einem eigenen Bericht gewürdigt.
Doch zunächst lädt der Sommer zum Geniessen ein!
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Assisi musikalisch
Zur musikalischen Assisireise vom 14.-21. Juni 2014
Mit neuen Entdeckungen und Wanderungen gespickt, fand die achte musikalische Assisireise erstmals mit Rudolf Zemp als „direttore musicale“ statt. Er formte den 32-stimmigen Ad-hoc-Chor im Verlaufe der Woche zu einem wohltönenden Ganzen. Zudem hatten 7 Mitreisende ihre Instrumente mitgenommen, sodass ein sympathisches „Assisi-Septett“ entstand, welches am Freitag zu einem improvisierten Konzert einladen konnte.
Die Theologin Ruth Lydia Koch brachte in diversen Schritten das Leben Claras und Francescos näher. Es gelang ihr, die Aktualität dieser mittelalterlichen Heiligen auf beeindruckende Art darzustellen. Walter Steffen, der Historiker mit Schwerpunkt Mittelalter, ergänzte mit politisch-geschichtlichen Beiträgen von 1181 (Francescos Geburt) bis in die Neuzeit.
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Vor 800 Jahren: Franziskus unterwegs nach Spanien
800 Jahre sind es diesen Frühling her, seitdem Franziskus als Bruder in den Norden kam. Sein Weg nach Frankreich und Spanien steht im Zeichen einer Friedensmission. Schockiert vom christlichen Kriegsgeschrei in Spanien, wo die Reconquista durch einen grauenvollen Schlachterfolg beflügelt wurde, suchte der Poverello den brüderlichen Dialog mit dem Islam, während Papst Innozenz III. zum Fünften Kreuzzug aufrief. Franziskus entschied sich 1214 zu einer mutigen Gegenaktion.
Niklaus Kuster hat am Katholikentag in Regensburg Ende Mai einen Workshop zur franziskanischen Art des interreligiösen Dialogs gestaltet. Obwohl der Vortragsort zu den christlich-islamischen Veranstaltungen in einer Seitengasse hinter dem Dom versteckt (und schwer zu finden) war, wurde der Saal überfüllt: hoffnungsvolle Zeichen in die heutige Durchmischung der Religionen und Kulturen - und für fruchtbare Begegnungen.
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Friedensweg in den Ranft
Ein Stück Jakobsweg mit Franziskus gegen Compostela
Auch nasskalte Wetterprognosen schrecken echte Pilgerinnen und Pilger nicht. So feierten am ersten Maisamstag gegen Abend über fünfzig Personen in der Ranftkapelle, von denen ein Viertel zu Fuss von Stans her gekommen und die anderen kürzere Wege von Sachseln und vom Flüeli her auf sich genommen haben. Von den Mädchen Larissa und Nicole bis zum hochbetagten Toni füllten Jung und Alt die obere Ranftkapelle zum Gottesdienst, der einen denkwürdigen Weg krönte.
800 Jahre sind es diesen Frühling her, seitdem Franziskus das erste und einzige Mal als Bruder in den Norden kam und Richtung Compostela und Afrika zog. Der Bruderklausenweg, der einem Stück des Schweizer Jakobsweges zusammenfällt, hat die Etappen der Spanienexpedition vom Sommer 1214 auf die eigene Lebenswelt bezogen.
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Regentage im Sunnehügel
... und ein aktueller Blick auf die Franziskanische Schweiz
Ziemlich genau 2000 Schwestern und Brüder zählt die franziskanische Deutschschweiz: Menschen, die mit Franz und Klara von Assisi entschieden Nachfolge Christi wagen und es verbindlich in einer Gemeinschaft tun. Rund 150 davon sind Brüder im Ersten Orden der Franziskaner, 1200 leben als Schwestern in Frauenklöstern und Kongregationen und 600 sind Familienleute und singles in der Franziskanischen Gemeinschaft (FG).
Die aktuellen Zahlen vom 1. Januar 2014 hat uns Sr. Ruth Walker vorgelegt, die Präsidentin des Dachverbandes aller franziskanischen Gemeinschaften der Deutschschweiz INFAG-CH. Das Tauteam traf den INFAG-Vorstand im Sunnehügel, dem jüngsten Mitglied des Verbands und ein überaus vitales dazu. So nennt sich das ehemalige Kapuzinerkloster Schüpfheim heute, in dem ein Kernteam Gäste aufnimmt, die "Abstand zum Alltag suchen", "sich neu orientieren wollen", "Kraft schöpfen" oder die "Sehnsucht nach Gemeinschaft und Stille" stillen möchten. Lukas und Sandra, seit kurzem Eltern der Zwillinge Salome und Mirjam, und Sr. Elisabeth Staubli von den Dorotheaschwestern tragen das Projekt, unterstützt von jungen Zivis und Volontärinnen, und ermöglichten uns eine intensive 1. Mai-Teamwoche im Entlebuch.
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