Franziskus und der heisse Wahlherbst
Passender könnte das neue Heft von Tauzeit thematisch nicht sein: Im Jahreszyklus über franziskanische Lebensorte widmet sich die Septembernummer der Stadt, griechisch "Polis" - und damit franziskanischer Weltliebe, Lebenskunst mitten in der bürgerlich-städtischen Welt, verantwortlicher Mitgestaltung der Gesellschaft und politischem Engagement.
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Recht auf Lüge und Besitz der Wahrheit?

"Wie bitte? vor Gericht darf man lügen?" Unsere Rechtsprechung zwingt weder Angeklagte noch Anwälte, sondern einzig Zeuginnen und Zeugen, "die Wahrheit, die ganze und einzig die Wahrheit zu sagen"? Und auch Richterinnen und Richter würden meist keine objektive Wahrheit finden, sondern müssten und dürften die Beweislage nach ihrem Ermessen, das heisst subjektiv würdigen!! - Solche Einsichten der Mattli-Tagung zum Thema Wahrheit könnten ernüchternd sein und unterstreichen zugleich das Abenteuer menschlicher Wahrheitssuche. Ähnliche Überraschungen gab es auch in den anderen Workshops: beim Ethiker, beim Naturwissenschaftler, bei der Medienfrau und beim Medium, und auch beim Bibliker, der zwei einander konträre Bibelseiten aus derselben Zeit um 400 v.Chr. präsentierte: einen ausgeprägt fremdenfeindlichen und einen sehr fremdenfreundlichen, die geichermassen in der Heiligen Schrift stehen. Niemand besitzt die Wahrheit, jede wahre Religion sucht sie "pilgernd", hat Papst Benedikt XVI. 2011 in Assisi gesagt, wo sich die Welt- und Religionen zum dritten Mal auf höchster Ebene trafen. Das Motto jenes Treffens hat zu einer spannenden Tagung ins Mattli geladen.
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Cavanis dritter Franziskus-Film
Klara von Assisi schreibt im Kreis ihrer Schwestern einen Brief an Franziskus ins ferne Ägypten. San Damiano ist sieben Jahre nach seiner Gründung noch kein Kloster, sondern eine Herberge: offen für Menschen, die sich in verschiedenen Nöten an Klaras Gefährtinnen wenden. Der dritte Franziskusfilm der italienischen Erfolgsregisseurin - nach dem Movie von 1966 und dem Kinohit von 1989 mit Mickey Rourke in der Hauptrolle - ist im Dezember 2014 in zwei Teilen von der RAI ausgestrahlt worden. Die eigentlich neuen Beiträge...
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Nationales Treffen des OFS im Ranft
Als "Franziskus nördlich der Alpen" hat Hermann Hesse dereinst den heiligen Niklaus von Flüe bezeichnet.
Was haben Franz von Assisi und der Schweizer Nationalheilige gemeinsam?
Die Frage stand im Zentrum des 2. Nationalen Treffens der Franziskanischen Laienbewegungen in der Schweiz.
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Franziskanische Gemeinschaft
Am Antoniustag, 13. Juni 2015, traf sich die Franziskanische Gemeinschaft wie jedes Jahr zum jährlichen Kapitel. Rund 35 Menschen feierten gemeinsam Gottesdienst, teilten den Mittagstisch miteinander und beratschlagten am Nachmittag über zukünftige Herausforderungen.
Dem Kapitel voraus ging ein Impulstag zum heiligen König Ludwig IX. von Frankreich, der auch Patron des Franziskanischen Laienordens ist. Nebst wichtigen Sachgeschäften beschäftigten am Kapitel die FG vor allem personelle Veränderungen. Ein Wechsel betrifft den FG-Rat: Adèle Colombo, seit 10 Jahren im Rat und 8 davon als Co-Präsidentin tätig, ist auf das Kapitel 2015 mit Blick auf ihre bevorstehende und verdiente Pensionierung von ihren Ämtern zurückgetreten. Neu wurde Sibylle Maurer ins Co-Präsidium der FG gewählt. Die Foto zeigt die neue Co-Vorsteherin der FG (rechts im Bild), neben Nadia Rudolf von Rohr, die seit Mai 2007 auch die FG-Zentrale leitet.
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Sternstunde Religion
Spiritualität - naturreligiös und franziskanisch
"Gibt es Spiritualität ohne Religion?" Die Frage fiel in der Sternstunde Religion des Schweizer Fernsehens vom 26. April. Gisula Tscharner beantwortete sie naturreligiös. Die Theologin und reformierte Pfarrerin hat ihre Kirche mit 49 verlassen und wirkt seither als "wilde Frau" und ritualkundige Seeslorgerin: kreativ, innovativ und mit tiefem Vertrauen in die göttliche Mutter Erde. Br. Niklaus Kuster trug das passende T-Shirt dazu: je tiefer der Baum sich im Boden verwurzle, desto weiter könne er seine Äste spannen und umso höher in den Himmel wachsen (Bild). Seine Antwort auf die Frage nach Spiritualität und Religion fiel allerdings franziskanisch aus: "Spiritualität heisst praktisch Leben mit Tiefe und Weite" - und in der jüdisch-christlichen Erfahrung ist "Schwester Mutter Erde" ihrerseits Geschöpf, und das mütterlich Göttliche findet sich "über uns".
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Mit Franziskus in den Ranft
Am Samstag, 16. Mai, haben wir wie jeden Frühling zu einem franziskanischen Pilgerweg in den Ranft geladen. Zwanzig Personen wählten den längeren Weg ab Stans, eine zweite Gruppe den kürzeren ab Sachseln ins Flüeli. Zwei Franziskus-Geschichten setzten unterwegs mit folgenden Meilensteinen Impulse für innere Schritte:
ausweglos: Der Frühling 1222 zieht ins Land. Das blühende Spoletotal lockt Franziskus nicht. Lieber bleibt er in der stillen Einsiedelei auf Monteluco. Soll er Eremit werden? Wäre es Flucht aus seiner Berufung? Franz verlängert seine Auszeit auf dem heiligen Berg über Ostern hinaus und findet doch keinen Weg in seine Zukunft.
wenn der Himmel schweigt: Der Bruder betet wochenlang und hört – nichts! Zunehmend verzweifelt dreht er sich um seine Fragen. Ein Glück, dass der Gefährte für ihn auf den Weg geht!
Freunde sprechen: Bruder Masseo wandert nach Assisi zu Klara
und zu Bruder Silvestro in die Carceri.
Der Himmel antwortet den Schwestern und dem Bruder. Mit dieser Klarheit kehrt der Gefährte zu Franziskus zurück.
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Leben leuchten lassen
Drei neue kleine und feine Bücher
Die Sonne verzaubert eine Landschaft, die nachts schwarz in grau erscheint, und bringt sie in tausend Farben zum Leuchten. Die vielen Farben sind auch vor dem Morgengrauen schon da, doch werden sie erst im Licht von oben sichtbar. Dasselbe lässt sich von der Wirkung sagen, die der Glaube in einen grauen Alltag bringt: im Leben des Franziskus, der als junger Mann religiös gleichgültig war, im Leben Klaras, die sich spirituell schon in jungen Jahren wach erweist, und in der Welt moderner Menschen. "Leben in Fülle schon hier auf Erden" ist uns verheissen: Leben in allen Farben!
Martina Kreidler-Kos hat als Klaraforscherin und Familienfrau, Niklaus Kuster als Franziskusforscher und Franziskaner und Sr. Ancilla Röttger als Klarisse und Äbtissin gemeinsam ein poetisches Büchlein geschrieben: Es zeichnet die Glaubenswege der beiden grossen Heiligen Assisis nach und übersetzt dabei einige ihrer Gebete und weitere Perlen aus ihren Schriften in die Sprache heutiger Menschen. Die Autorinnen und der Autor lassen sich zudem von Kernpassagen aus Klaras und Franziskus' Schriften zu poetisch dichten Meditationen inspirieren. Dabei ermutigen Erfahrungen des Franziskus auch für Zeiten, in denen "der Himmel schweigt".
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