Ranftweg

Franziskanisches Forum 2010

Die Intensivtagung vom 28./29. August 2010 widmete sich der Gesamtthematik „Franziskus in der Kunst“. Sie fand diesen Spätsommer in dieser Form zum vierten Mal statt und hat erneut einen kraftvollen Akzent in der INFAG-CH gesetzt. Alljährlich treffen sich franziskanisch Engagierte und Interessierte aus der ganzen Schweiz zu diesem Basisweekend im Antoniushaus Mattli am Urnersee.

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Den Auftakt setzte am Freitagabend die Vernissage des Innerschweizer Künstlers Franz Bucher, der als Sommerkünstlergast im Mattli wirkte. Der Samstag gestaltete sich als Bildungstag. In einer spannenden Bilderreise führte das Tauteam durch 800 Jahre, die je nach Epoche, Auftraggeber und Milieu ganz eigene Vorstellungen von Franziskus schufen. Danach führten drei Fachleute in je verschiedene Welten der Kunst: Prof. August Stahl, Präsident der internationalen Rilke-Gesellschaft, zeigte auf, wie Rilkes tiefe Sympathie zum Poverello in seinen Gedichten aufscheint, ohne dass der Name „Franziskus“ darin je fällt. Der Musiker Joseph Röösli ließ tiefer in Hermann Suters „Laudi“ und Olivier Messiaens „Saint François d’Assise“ hineinhören. Der Medienpädagoge Br. Adrian Müller beleuchtete das Franziskusbild in der jungen Geschichte der Kinofilme. Die abendliche Eucharistiefeier mit dem Kapuzinerprovinzial Br. Ephrem Bucher und ein Jugendtheater der FG zu Franz von Assisi rundeten den intensiven Bildungstag ab.

Das Forum vom Sonntag lud nach einem Eröffnungsreferat von Br. Werinhard Einhorn („Kunst ist Beziehung“) zur Begegnung mit franziskanischen Kunstschaffenden. Deutschland ist so groß, dass Sr. Sigmunda May aus Siessen und Br. Bernhard Philipp aus dem Citykloster Liebfrauen Frankfurt sich erstmals in der Schweiz an diesem Forum trafen. Ihre Statements und ihre „Kunst-Häuser“ beeindruckten ebenso wie die Sprache, die Sr. Raphaela Bürgis Glasfenster und Fra Roberto Pasottis Bilder sprechen. Eine ebenso junge wie innovative Kunstsprache brachte der Familienvater Thomas Betschart mit einer Fahneninstallation „Zwischenlicht“ in der Landschaft ein. Das abschließende Gesprächskaffee brachte alle beteiligten Kunstschaffenden und Werinhard Einhorn in einen ebenso geistvollen wie inspirierenden Austausch.

Das Forumweekend verband rund 70 Schwestern, Brüder und Laien in einem dichten und anregenden Austausch. Anders als die Bigoriotagung im Frühling, die primär Leitungsverantwortliche vereint, wird das Forum vor allem von anspruchsvollen Multiplikatorinnen besucht, die in Ausbildung und Bildung, Medienarbeit und Pastoral engagiert sind.

Die Powerpoint-Präsentation des Tauteams zum Wandel des Franziskusbilds durch 800 Jahre hat auf CDs und Memorysticks bereits die Reise in alle Windrichtungen – und auch über den Hochrhein nach Deutschland angetreten. Sie zeigt eindrucksvoll auf, wie jede Epoche, jede Kultur und jeder Mensch sich sein eigenes Franziskusbild schafft.

Br. Niklaus Kuster