Ranftweg

Rückblick Jubiläumstagung 800 Jahre Transitus

 

„Kann man den Tod eines Menschen feiern?“ fragte Csongor Kozma, Direktor der Paulusakademie, die rund 70 Tagungsteilnehmenden, die anlässlich von 800 Jahren „Transitus“ von Franziskus nach Zürich kamen. „Die franziskanische Familie feiert nicht das Ende“, sondern die Vollendung eines Lebens, antworteten darauf Nadia Rudolf von Rohr und Br. Niklaus Kuster im anschließenden Einführungsreferat. Das Verb voll.enden ist ein tiefsinniger Ausdruck: Im Ende zeigt sich Fülle! Die Barditafel, die als erste Bildbiografie des Ordensgründers um 1246 in Florenz entstand, spiegelt diese Fülle vielseitig: In Franziskus bestätigt sich Martin Bubers Weisheit, dass das Ich am Du wird! Zwanzig Bildszenen zeigen einen Beziehungsreichtum, der den Bürger der Kleinstadt Assisi zum Bruder vieler Menschen macht. Seine Horizonte weiten sich von der eigenen Familie und Stadt auf die Weltkirche, die Menschheitsfamilie und die ganze Schöpfung. Seine Bewegung verbreitet sich schon zu Lebzeiten auf die drei damals bekannten Kontinente. Und in der Voll-Endung geht Franz durch die „Pforte des Lebens“ aus dieser Welt in Gottes grosse Gemeinschaft und neue Schöpfung.

Sechs Workshops vertieften das Thema Übergang am Nachmittag vielseitig und mit Blick in die Gegenwart: 

Sarah Elisa Kreutzer, Jugendseelsorgerin in Rapperswil-Jona und Kernteammitglied im dortigen „Kloster zum Mitleben“ liess ihre Gruppe auf die zahlreichen Übergänge blicken, die jeden Lebensweg prägen. Dr. Claudia Mennen, Leiterin Kultur im Bildungshaus Mattli Morschach, eröffnete einen bibliodramatischen Zugang zur Erfahrung von „Auferstehung mitten im Alltag“. Mirjam Läubli zeigte als Geschäftsführerin des Zürcher Forums der Religionen auf, mit welchen Riten und Bestattungssitten verschiedene Religionstraditionen in Zürich das Ende des irdischen Lebens gestalten. Die Baldegger Schwester Beatrice Kohler lud als Kunstpädagogin in einem kreativen Workshop dazu ein, sich bildnerisch mit dem Thema Endlichkeit und Ewigkeit auseinanderzusetzen. Zwei Workshops waren Männern anvertraut: Daniel Burger-Müller brachte seine Erfahrungen als Palliativseelsorger in ein besinnliches Atelier ein und Giuseppe Corbino animierte als Philosoph und Theologe dazu, «Endlichkeit zu denken» und «im Bewusstsein des Endes zu leben».

PAk Tagung2026 Impression4Das Bild zeigt eine Momentaufnahme in der abschliessenden Podiums- und Plenumsdiskussion, die von Eugen Trost moderiert wurde und das überaus lebhaft verlief. Die Zusammenschau von Franziskus’ Geschichte und unseren Gegenwartsfragen, das Zusammenspiel von Reflexion und Eigenerfahrung, christliche Ethik und interreligiöse Vielfalt liessen die letzte der vier Jubiläumstagungen ganz im Sinn des Gefeierten enden: In jedem Ende liegt ein Anfang!

 

 

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