Ranftweg

Neujahrstreffen im Zeichen des Aufbrechens

Alla francescana hat 2026 hoffnungsvoll begonnen: Das Neujahrstreffen im Mattli stand ganz im Zeichen von Aufbruch. Begegnen sich die Leitungsverantwortlichen jeweils an der GV im Spätherbst, bot auch das zweite Treffen zu Beginn des Jahres Impulse, Begegnung und Austausch primär für die jüngeren Mitglieder unserer Gemeinschaften. «Der Ort wo du stehst, ist heiliger Boden»: Das Motiv aus der Exodusgeschichte stand über dem Aufbruch ins neue Jahr und war zugleich Ermutigung, auch im eigenen Leben und im eigenen Kreis Aufbrüche zu wagen.

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Beatrice Hächler stimmte mit dem lebhaften Mirjamtanz in den Tag ein. Nadia Rudolf von Rohr führte in eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Exodusgeschichte, die aus biblischer Frühzeit ins Heute spricht.

In der Mittagsbesinnung salbte Br. Paul Zahner die Kerze der Gebetskette, die in den kommenden acht Monaten zu 800 Jahren seit Franziskus‘ Vollendung siebzig franziskanische Orte in der Schweiz und in Vorarlberg verbindet.

 

Das Bild zeigt Br. Paul beim Salben der Kerze mit Nardenöl aus dem Heiligen Land: Einige aus dem Kreis folgten seinem Beispiel und freuen sich, dass die Jubiläumskette auf demWeg durch die Deutschschweiz, Vorarlberg, Svizzera italiana, Suisse Romande auch in ihrer Gemeinschaft Station machen wird.

 

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Am Nachmittag nahm Niklaus Kuster die Exodusgeschichte auf, um aus ihr fünf Phasen in spirituellen Prozessen und in der Dynamik von Gemeinschaften aufzuzeigen: Sehnsucht ist die Kraft, die verbunden mit innerer Unruhe zu Aufbrüchen führt. Das Aufbrechen selbst weckt Begeisterung und setzt viel Kreativität frei. Doch bleiben Ernüchterungen nicht aus: Enttäuschte Hoffnung und unerwartete Widerstände können in eine Krise führen, die wiederum zur Chance wird, wenn der erweiterte Blick in eine Phase der Klärung von Chancen und Grenzen führt. Die Frucht ist eine Kontinuität, die sich gut und engagiert leben lässt - bis sich ein Zuviel an Routine wieder in Sehnsucht und Unruhe bemerkbar macht.

 

Exodus Spiritualität Phasenmodell

Der Kreis des Neujahrstreffens war bunt zusammengesetzt: Schwestern aus primär aktiven oder kontemplativen Gemeinschaften, engagierte Singles und Familienleute, Brüder Franziskaner und Kapuziner sahen sich zum Teil erstmals. Umso mehr überraschte die Tiefe im Austausch über persönliche Erfahrungen in den fünf Gruppen, die sich je einer Farbe der fünf Phasen – Sehnsucht, Aufbruch, Krise, Klärung, Kontinuität – zuordneten.

Ein reges Plenumsgespräch und ein zweiter Sakraltanz rundeten das dichte und ermutigende Treffen ab, mit dem wir das franziskanische Jubiläumsjahr einläuteten. Und die Brüder Franziskaner nahmen die Kerze und die Ikone der Gebetskette mit an die erste Station: nach Zürich und die dortigen franziskanischen Gemeinschaften.

 

Das Impuilsblatt, das die Teilnehmenden mit nach Hause und ins neue Jahr nehmen konnten, mit Vorder- und Rückseite:

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