In Neuland aufbrechen - mit Brüchen umgehen
Das Mattli, gleichsam das Portiuncula der Franziskanischen Schweiz - verwöhnte uns mit einem warmen Haus, zauberhafter Aussicht und vertrauten Begegnungsräumen. Was das organisierende Tauteam sehr freute: Auch das reformierte Paar, das im Kloster Kappel die Bildung gestaltet, engagierte sich an dieser Tagung. Und mitten in unserer Runde war auch die neue Präsidentin der Schweizer INFAG, Sr. Dorothea Jaros.
Wir reichen hier die Impulse weiter, die zu lebhaften Workshops führten:
Am Vormittag inspirierte uns Cäsar von Speyer mit den ersten Franziskanern, die über die Alpen kamen:
1. Aspekt: vorbereitete Offenheit und Risikobereitschaft
Es ist hilfreich, nützliche Informationen zu sammeln und sich auf Neuland einzulassen, sich eine Basis verschaffen und offen sein für das Werden! Erfahrungen aus der heutigen Lebenswelt bietet gleichnishaft das Pilgern für Mutige: Der Wegbrief informiert, der Weg selbst wird dennoch ein Abenteuer! Anmeldung für Exerzitien: Kursbrief und offen sein für Überraschungen! Der Mattli-Umbau: kalkuliertes Risiko und umsichtiger Mut! Werdende Mütter: sich informieren, das Kind wird dennoch überraschen! Heirat: Weg in Partnerschaft: sich vertraut trauen und Ehe wagen, sich vieles zutrauen – ohne Garantie, dass es gelingt: vorbereitete Offenheit: braucht spirituellen Boden und Kraft!
2. Aspekt: Inhalt und Kraft der Motivation
Entschiedenheit ist ein tragender Wert – Unentschlossene würden lähmen! Die evangelische Sendung nach O-W-S-N baut auf Gottvertrauen, das Feuer der Begeisterung (die Brüder haben schon 12 Jahre Erfolg) und die bereits gemachten Aufbrucherfahrungen im Rücken: 1221 die Brüder, die katholische Kirche erlebt das nach 1965 konziliär.
Die Motivation kann wachsen und umso beherzter werden, wenn eine sorgsame Risikoanalyse ermutigend ausfällt!
3. Aspekt: keine Planungssicherheit – der Berufung trauen
Rechnen wir mit Unerwartetem? Die Mattli-Renovationen bauten jedes Mal auch auf Wunder, das Projekt Rapperswil geht mit viel Ermutigendem und kleinen Ernüchterungen vorwärts! «Rechnest du mit dem Heiligen Geist?» versus Karriereplanung (Remigi im Noviziat). Das Potential erkennen und entfalten – Planen ohne Verplanung

Am Nachmittag sprach die Biografie von Antonius mit unserem Lebensweg.
Die drei Ateliers knüpften an folgenden Themen an:
Leidenschaftlich leben – wofür brennt mein Herz?
Lebenswenden und Brüche – absehbar, überraschend, gewollt
Über das Jetzt hinaus – was ich säe!
Bild:
ein Teil der Runde, die ökumenmisch zusammengesetzt war und Geschwister aller Lebensformen vereint.

