Tag des Dankes - zu Wasser und zu Land
Vor 800 Jahren kamen franziskanische Brüder in grauen Kutten über die Alpen. Welch vielfarbiger Bewegung sie 1221 den Boden bereitet haben, zeigt sich da, wo Schwestern, Brüder, Singles und Familienmenschen zusammenkommen. Mitte Juni hat das der Tag des Dankes gezeigt, zu dem das Tauteam lud. Er galt all jenen, die während zwei Jahren Treffen, Kurse, Feiern, Reisen und Pilgerwege möglich machen, welche die franziskanische Schweiz vernetzen helfen.
Das erste Bild zeigt den Aufbruch nach einem Begrüssungs-Apero im Hafen von Flüelen. Goethe ging hier 1775 an Land, um zu sehen, "wo der Tell den Pfeil in den Apfel geschossen" hat. Wir machten uns auf, um mit einem speziellen Schiff das neu geschaffene Naturparadies zu besuchen, das mit dem Felsausbruch-Material der NEAT (Neuen Alpen-Transversale, dem Bahnbasistunnel durch den Gotthard) geschaffen worden ist.
Im Bildvordergrund zwei Ingenbohler Schwestern. Die Schwester im Sherpadienst kandidiert im Herbst für den neuen INFAG-Vorstand und sein Präsidium.
Der über 100-jährige kleine Nauen hat uns über den See geführt. Der Ausgangshafen Flüelen liegt im Bildhintergrund, zu Füssen des Rophaien. Die berühmte Axenstrasse und die Tellsplatte finden sich links davon. Uns interessierte jedoch, wie die Renaturierung eines jahrezehntelang ausgebeuteten Sees gelungen ist, aus dem Millionen Tonnen Kies herausgeholt worden waren.
Ein spektakulärer Blick: Das Schmelzwasser von den Bergen (der markante weisse Gipfel links im Tal ist der Bristenstock) fliesst mit der Reuss eiskalt und grau in den blauen Urnersee - und bringt viel Schwemmholz mit. Die vorgelagerte Inselwelt ist auf dem Felsmaterial entstanden, das aus den Tiefen des Gotthard-Massivs von Tunnelbohrmaschinen herausgebrochen worden ist. Anstelle des Kieses bildet es ein neues Flachgewässer, in dem die Fische wieder laichen können. Innerhalb weniger Jahre hat sich der dramatisch reduzierte Fischbestand im See auf diese Weise wieder verzwanzigfacht!
Diese und viele weitere Informationen verdanken wir Matthias Steinegger, Betriebsleiter der Arnold AG (rechts). Sie hat die Renaturierung durchgeführt und betreibt heute zugleich eine naturschonende neue Kiesgewinnung im See. Weitere Tunnelprojekte am Gotthard erlauben auch da, Kies durch Felsgestein zu ersetzen.
Den Tag mit ihrem Neffen ausgeheckt hat unsere Sr. Imelda Steinegger, die seemännisch links vor der Steuerkabine sitzt und sich von keinem Schwanken und Schaukeln des Bootes beeindrucken liess.
Gespannte Blicke aus einer Sicht, die kein Tourist und auch keine Einheimische auf den Dampfschiffen des Vierwaldstättersees je haben können. Auf dem "Nauen" mit seinen Granittischen haben wir kurz darauf auch das Mittagessen genossen.
Der Weg zurück führte auf dem Landweg durch das Reussdelta. Drei unserer Mitengagierten stehen für die Farbigkeit der Bewegung, die wir vernetzen. Natascha (links) unterstützt uns als Jugendarbeiterin, Leiterin der JuSeSo Zürich und Pilgerbegleiterin. Sarah (rechts) als Redaktorin der TAUZEIT, und ihr Mann Marco hält ihr dabei den Rücken frei.
Ausblick vom Beobachtungsturm im Reussdelta - mit dem Schwimmbagger im Urnersee. Dieselbe Firma, die da draussen Kies gewinnt, hat das neue Naturschutzparadies im Vordergrund ermöglicht. Ökologie und Ökonomie in einer denkbar schönen Kooperation.

