Ranftweg

Friedenswege zum Adventsbeginn

Ist das jährliche Friedensgebet auch in Pandemie-Zeiten zu verantworten, fragte sich das Tauteam Anfang November? Der Bund beschränkte Versammlungen zu kulturellen und kirchlichen Anlässen auf 50 Personen, Obwalden setzte die Obergrenze auf 30 Teilnehmende fest Wir wagten es umsichtig und sorgsam - und sahen dafür viele dankbare Gesichter! - Das Thema des Gebets, schon vor einem Jahr festgelegt, hätte nach den letzten neun Monaten passender nicht sein können: "Mir ist gegeben - mit Grenzen leben". Dreissig Gefährtinnen und Gefährten pilgerten ab Sachseln, gegen zwanzig weitere stiegen vom Dorf Flüeli besinnlich in die Schlucht.

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Das Bild der beiden Ranftkapellen entstand im Vorfeld des Friedensabends - mit einem zauberhaften Lichtspiel zwischen untergehender Sonne und Nebelschwaden. Am Abend selbst leuchteten 300 Kerzen in die einbrechende erste Adventsnacht.

Unterwegs machten sich die Gruppen an fünf Stationen Gedanken über die Schönheit und die Fragilität des menschlichen Lebens - und über Gottes Mut, in seinem Sohn selber "mit Leib und Seele" Mensch zu werden, solidarisch, leidenschaftlich und verletzlich!

Ranftschlucht 2020Nov.ijwh10In Bruder Klausens kleiner Ranftkapelle entstand ein Netz aus farbigen Wollfäden, in die alle Pilgernden unterwegs Knoten für Menschen geknüpft hatten, die in ihrem Leben bedeutsam sind. Das entstehende Symbol steht für Beziehunsgnetze, die uns tragen und die gerade in diesen Pandemiezeiten umso wertvoller sind. Der Gottesname JHWH erinnert an die jüdische Erfahrung mit dem befreienden Bundesgott, der sich Mose als  "Ich-bin-da" offenbarte. Der rote Gottesfaden steht für die christliche Erfahrung, dass Gott "Immanuel" ("mitten unter uns") sich zum menschlichen Gefährten und Bruder machte - und sich bleibend in unsere Beziehungsnetze hineingibt. Eine weit dichtere und handfestere Gotteserfahrung, als sie andere Religionen bieten: Gott, die Mensch wird, weil sich Liebe nach Nähe, Blickkontakt, Augenhöhe und gemeinsamen Wegen sehnt.

Ranftgebet2020 KapelleLichter

Die Impulse des besinnliche Weges und der beiden Feiern sind hier nachzulesen:

pdfRanftwege und Ranftfeier 2020 - Impulse

 

 

 

Die folgenden Wegimpressionen stammen von Walter Steffen, Christine Frei (die als Musikerin mitwirkte), Beatrice Hächler und Niklaus Kuster.

 

 

 


Ranft Melchtal 2020Nov vorFriedensabendDie Ranftschlucht Ende November: der Schnee ist nahe, erreicht die Täler jedoch erst am Montag nach dem Friedensabend.

 Ranftgbet2020 Sachslerweg4 WSBesinnliche Station einer Gruppe bei der oberen Ranftkapelle - zu einem mystisch-poetischen Bild der heiligen Klara: "Er lässt sich von dir tragen, der dich und alles trägt"!

 

 

 

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Das Gleichnis vom Netz, das die dreissig + zwanzig Gefährtinnen und Gefährten unterwegs zum Gottesdienst schrittweise legten. Da die Pandemie-Schutzmassnahmen in Obwalden nur kulturelle und kirchliche Versammlungem von maximal dreissig Teilnehmenden erlauben, feierten wir nach dem Weg in Kleingruppen zwei parallele Gottesdienste in der unteren und der oberen Ranftkapelle. Mit 50 Gefährtinnen und Gefährten erreichten wir das Maximum des Möglichen wundersam auf das exakteste! Nächstes Jahr dürfen wir hoffentlich wieder - wie in den letzten Jahren - mt jeweils 100-120 Personen feiern.

 

Ranftgebet2020 GruppePfefferli 1Dass sich das schlichte Feiern mit Musik und die Ranftschlucht in der Dunkelheit mit Lichtern füllt, verdanken wir mitwirkenden Zauberhänden! Das Foto ist ein herzhafter Dank an die Musikerin, Christine Frei (links im Bild) und an die drei Geschwister Marc, Nicole und Carole Pfefferli, die mit ihren flinken Händen 300 Kerzen an den Werg stellten. Beatrice und Niklaus machen sich vor dem Wohnhaus von Dorothea und Niklaus von Flüe bereit, mit Kleingruppen auf den Besinnungsweg zu gehen.

Ranft Flüeli JUvenatAnd last but not least:

die brüderliche Gastfreundschaft der Franziskaner im Flüeli-Ranft bot uns herzliche Lebens- und ideale Arbeitsbedingungen, um diesen letzten Anlass der Schweizer INFAG 2020 sorgsam durchzuführen. Fünf Brüder aus fünf Ländern veranschaulichen gleichsam lokal vor Ort, was Papst Franziskus in "Fratelli tutti" weltweit skizziert: Wir sind eine einzige Menschheitsfamilie, in der Solidarität keine Grenzen kennen soll.

Die Enzyklika floss in eine Reihe handfester Fürbitten der diesjährigen Friedensmesse im Ranft ein.