Ranftweg

Tauzeit vom September 2020

Die franziskanische Zeitschrift beleuchtet dieses Jahr das Thema "Es steht geschrieben..." Schriftliches, Schreiben und Geschriebenes prägen unser Leben, und die Heilige Schrift nährt unser Glauben, Hoffen und Lieben. In diesen Septembertagen kommt Heft 86 in die Haushalte des Schweizer Franziskanien. Es  widmet sich verschiedenen Facetten der Erinnerungskultur. Zu den Inhalten:

Tauzeit86 Titelbild

 

Niklaus Kuster zeigt im Beitrag "Gefeiert, verklärt und verzerrt" auf, wie unterschiedlich Franz von Assisi in Erinnerung gerufen wird: von den frühen Biografen, von seinen vertrautesten Gefährten, aber auch in modernen Franziskusfilmen. Autoren wie Regisseure tragen je eigen gefärbte Brillen und eine gewissenhafte Spurensuche muss sich mit 1800 Seiten Quellentexten auseinandersetzen. 

Sr. Sabine Lustenberger verrät als Kapuzinerin und Eugen Trost als Bildungsleiter des Mattli in der Rubrik "Sag mir, was du liest", welche Bücher sie in ihrer Kindheit liebten, welche Literatur ihr Leben mit prägte und was sie aktuell an Lektüre auf dem Nachttischchen haben.

Br. Klaus Renggli eröffnet Einblicke in die Bibliothek der Franziskaner von Fribourg, mit Gründung im 13. Jahrhundert das älteste Kloster des Ordens in der Schweiz. 35'000 Bücher, unter ihnen gegen 100 mittelalterliche Codices, weitere 100 Handschriften und 140 Wiegendrucke werden als geschriebene Schätze "mit modernster Technik bewahrt".

Der Luzerner Historiker Walter Steffen fragt sich, ob "Der Schweizer Nationalheld - ein Secondo?" war. Am Beispiel von Wilhelm Tell lässt sich gut ablesen, wie sich nationale Erinnerungskultur und nüchterne Forschung zu einander verhalten.

Mit Markus Ries steuert der Kirchenhistoriker der Universität Luzern einen weiteren geschichtlichen Beitrag bei, der bis heute gefeierte Schlachtjahrzeiten der Schweiz beleuchtet. Die meisten Schweizerinnen und Schweizer haben in der Volksschule gelernt, wie die alten Eidgenossen vor ihren Schlachten und Kriegen "für den Sieg beteten" und im Namen Gottes über ihre Feinde herfielen. Heute stehen Schlachtgedenkfeiern in Morgarten oder Sempach im Zeichen von Hoffnung und Einsatz für den Frieden.

Sr. Imelda Steinegger interpretiert das Hauptbild des berühmten Reformationsaltars in der Stadtkirche von Wittenberg: Das Werk von Lukas Cranach dem Älteren und seinem gleichnamigen Sohn haben verschiedene Gruppen auf unseren Reisen durch Thüringen und Sachsen vor Ort betrachtet. "Abgebildete Theologie" der Reformation begegnet auf diesem Altar auch jenen, die sich keine Bücher leisten konnten - und steht illustrativ für die lutherische Erneuerung der Kirche, die anders als jene Zwinglis und Calvins nicht bilderfeindlich war.

Seiten aus der bunten Welt des Schweizer Franziskaniens spiegeln unterschiedliche Arten, persönlich aus dem heiligen Buch des eigenen Lebens zu lesen: Beatrice Hächler beschreibt "kleine Sternstunden" mit gesammelten Familienfotos, Marta Zwyssig den Reichtum im eigenen Tagebuch, Bischof Br. Paul Hinder den Wert seiner seit 50 Jahren geführten persönlichen Chronik und Patrick Hächler, was Dias "von mir und für mich" aussagen.

Der Schlusspunkt sammelt ermutigende Weg-Worte aus den Monaten der ersten Corona-Welle. So stellt etwa der Luzerner Kapuziner George Francis Xavier fest: "Müssen wir wirklich eine soziale Distanz schaffen? - Nein, nur physischen Abstand!"

NEU sind auch die vier Hefte von TAUZEIT 2019 digital greifbar, zu lesen und kostenlos herunterzuladen, ebenso wie die Ausgaben aller Jahrgänge seit 2014:

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