Ranftweg

Franziskanische Tagung am 2. Februar

Taminabrücke Calfeisental

Mit Steinen lassen sich Mauern bauen, die trennen. Steine können auch Brücken bilden, die verbinden. Franz von Assisi war ein Brückenbauer. Vor 800 Jahren überbrückte er die Kluft zwischen Christen und Muslimen. Sein Gang zum Sultan ermutigt uns dieses Jahr zu verschiedenen Blicken in unsere heutige Welt. - Die offene Tagung vom 2. Februar 2019 stand im Zeichen "heilsamer Grenzüberschreitungen": politisch, ökumenisch, interreligiös. Franziskanisch Interessierte und Inspirierte beschäftigten sich mit dem eigenen Profil und tauschten Erfahrungen aus in bunten Kreis von Menschen, die sich in vielfältigen Lebensformen von Franziskus angesprochen fühlen.

Detailinfo zur Tagung: "Brücken bauen"

Etwas über dreissig franziskanisch Engagierte bezogen das Brückenbild der Tagung in einem letzten Schritt auch auf die INFAG-CH: den Dachvernand des "Schweizer Franziskaniens". Dessen Gemeinschaften - Franziskanerinnen und franziskanische Schwestern von Baldegg, Ingenbohl, Menzingen, Zug und Solothurn, Kapuzinerinnen und Minoritinnen, schwarze und braune Franziskaner sowie Kapuziner wie auch die Franziskanische Gemeinschaft mit Tausenden von Mitgliedern wurden mit dem Ponte delle Torri in Spoleto verglichen: einer mächtigen Brücke mit starken Pfeilern und breiten Bögen, die ein tiefes Tal überspannt. Dazu erst das Bild und dann Gedanken:

SpoletoAquädukt PonteTorri

 

Tatsächlich zählten die Klostergemeinschaften Dutzende, die Provinzen Hunderte und die Kongregationen Tausende von Mitgliedern. Sie verbanden sie sich in vielen Bereichen: Gemeinsam trugen sie Klosterschulen und Missionsprojekte, wirkten in sozialen Werken wie auch in der Seeslorge und Ausbildung zusammen, engagierten sich vereint für GFS... Heute drohen das schnelle personelle Schrumpfungsprozesse die Brücke auf ihre Pfeiler zu reduzieren. Tatsächlich sind Spoletos Aquäduktpfeiler im Innern hohl und erlaubten den bedrohten Bewohnerinnen udn Bewohnern der Stadt, sich im Notfall dahin zurückzuziehen.

Da lassen doch Fragen aus dem Tagungskreis aufhorchen: Dürfen franziskanische Menschen sich dauerhaft zurückuziehen? aus den Dörfern in schwesterliche Mutterhäuser, aus einem brüderlichen Wanderleben in klösterliche Oasen? Und was wird aus Menschen, die nicht durch und über unsere Mauern finden? Ein Bild ist uns ermutigend und nachdenklich zugleich mitgegeben worden: Die heutige Welt und die Personalsituation der INFAG-Gemeinschaften ruft nach Ponton-Brücken: leichte, aus beweglichen Elementen gefügte Wege über die säkularen Wasser unserer Zeit - Zugänge von Menschen zu unseren Lebensorten und von unseren Lebensorten zu Menschen, die Leben mit Tiefe und Weite suchen. Das Tauteam ist eine solche Pontonbrücke. Doch bräuchte es wohl noch andere und andersartige!

Und siehe da- congenial - ein Tag nach unserer Tagung, bläst Papst Franziskus ins gleiche Horn:

PapstFranz OrdenIsolation2019Feb3

 

Drei Bilder aus der Tagung vom 2. Februar zeigen das Innehalten am Mittag, die Arbeit an der franziskanischen Brücke und einen Teil der Runde beim Abschied nach der Schlussfeier:

OffeneTagung Mattli2019Febr2d

 OffeneTagung Mattli2019Febr2b

 

OffeneTagung Mattli2019Febr2a