Pilgerwege über die Alpen
Der Spätsommer hat spezielle Pilgererfahrungen gelingen lassen. Beide Wege, zu denen wir jährlich einladen, werden seit Jahrhunderten von Pilgernden begangen: die Via Gottardo führt Reisende zuu Fuss aus Deutschland und der Deutschschweiz über den zentralen Alpenpass. Die Via Francigena, die alte Handelsstrasse aus Mittelitalien nach Frankreich, ist zugleich der mittelalterliche Pilgerweg von Canterbury nach Rom. Während Beatrice und Patrick Hächler eine Pilgergruppe vom Vierwaldstättersee über den Gotthard in die Leventina begleiteten, stiegen andere mit Rös und Walter Steffen vom Unterwallis über den Grossen Sankt Bernhard ins Aostatal.
Walter und Rös Steffen schreiben zum diesjährigen Weg ihrer Gruppe:
St-Maurice – Aosta 29.August – 05. September 2015
Bei meist sommerlichen Temperaturen wagten elf "Pilger/innen" mit Josef
Gisler als "mentalem Coach" und Gepäcktransporter und Edith Zingg als
spiritueller Begleiterin die Überquerung des Grossen Sankt Bernhard-
Passes. In Bourg St-Pierre übernachteten wir im über 500 jährigen
Hôpital und den Pass erreichten wir bei Nieselregen. Dafür war dann der
sanfte Abstieg bei herrlichem Wetter nach Aosta, meist auf der "Route
Napoléon", ein grosses Wandervergnügen.
Der Freitag galt dann der Kultur in Aosta, u. a. den über 1000-jährigen,
erst kürzlich wieder entdeckten Fresken auf dem Dachstock des Domes.
Fazit:
Eine der spektakulärsten und schönsten Strecken auf der Via Francigena
von Canterbury bis Rom

Und Patrick berichtet wie folgt von den Etappen auf der via gottardo:
Via Gottardo, Teil II
Die heurige Etappe unserer „Via Gottardo“ beinhaltete das Kernstück und den Höhepunkt
des ganzen Weges: die Überschreitung des Gotthardpasses. Aber zunächst ging es sehr
beschaulich auf den Weg, besser auf das Wasser: wir setzten mit dem Schiff von Luzern
nach Treib über, von dort trug uns die Standseilbahn nach Seelisberg.
Zu Fuss gings dann in sieben Abschnitten dem Urnersee entlang, durchs Reusstal, zuerst recht flach,
dann immer stotziger. Leider konnten wir die Schöllenen nicht zu Fuss durchqueren, da immer
noch Sanierungsarbeiten im Gang waren. Auch der heisse Draht zur Urner Regierung konnte
da nichts ändern. Immerhin konnten wir der Teufelsbrücke von Andermatt her einen Besuch
abstatten. Der Pass selber war sehr gut machbar. Das Wetter spielte auf der Nordseite mit,
ganz im Gegensatz zur Südseite, wo wir gerne die vielen Tremolakurven von oben her
betrachtet hätten, aber nicht konnten, da Nebel über der Landschaft hing. Nach 1000
Metern Abstieg ging es dann wieder im normalen Takt mal links, mal rechts der Talachse.
Nach der glücklichen Überwindung eines gefährlichen Holzsteges erreichten wir alle den
Zielort Faido und liessen uns von dort mit der SBB wieder in die Nordschweiz mitnehmen.
Zwei Impressionen von der Pilgerwanderung über den Gotthard:



