Friedensabend im Ranft
"Weniger ist oft mehr!" Die Gefährten und Gefährtinnen, die zum jährlichen Friedensgebet in den adventlichen Ranft kamen, waren und werden nicht weniger. Die Bänke der unteren Ranftkapelle waren erneut dicht gefüllt mit Schwestern, Brüdern und Freunden des Franz von Assisi, und sie kamen vom Bodensee und vom Jura, um sich auf Weihnachten einzustimmen.
Weniger auf dem meditativen Weg in die Tiefe wurde zunächst das Licht, die Wärme, die Motorengeräusche, das Adventstreiben... Mehr und tiefer erlebbar wurden dagegen Sehnsucht und innere Bewegungen, Verbundenheit, Wachheit für das ICH, das DU, das Wir, für Menschen und für Immanuel. Die Impulse des Friedensweges in den Ranft und die Skizze der Eucharistiefeier reichen wir Gruppen weiter, die im Neuen Jahr auf dem Weg in den Ranft besinnlich MEHR im WENIGER suchen.
Ranftgebet2014-WegeLiturgie.pdf
Einladung zum Ranftgebet
Eine chassidische Geschichte erzählt von einem jungen Mann, der zu einem geistlichen Lehrer kommt und bittet, sein Schüler werden zu dürfen. Der geistliche Lehrer fragt ihn: „Liebst du Gott?“ Der Schüler zögert und sagt schließlich: „Nein, ich glaube nicht, dass ich sagen kann, ich liebe Gott!“ „Hast du Sehnsucht danach, Gott zu lieben?“ fragt der Meister weiter?“ Beschämt senkt der junge Mann den Kopf und sagt: „Ich weiß nicht einmal sicher, ob ich die Sehnsucht habe, ihn zu lieben!“ „Aber hast du Sehnsucht danach, Sehnsucht zu haben, Gott zu lieben?“ Da hellt sich das Gesicht des Suchenden auf und er sagt freudig: „Genau das ist es was ich spüre: die Sehnsucht danach, Sehnsucht zu haben, Gott zu lieben!“ „Das genügt“, antwortet der Meister. „Komm, sei mein Schüler!“
Sehnsucht nach der Sehnsucht zu haben, genügt.
Dieser Gedanke macht frei und lässt uns der eigenen Sehnsucht nachspüren. Ist sie wach? Was suche ich? Wovon wünsche ich mir mehr?
Der gemeinsame Weg in den Ranft will anregen, unsere Sehnsüchte zu entdecken und uns in die eigene Tiefe führen zu lassen. Darüber hinaus erahnen wir: Gott ist mehr alles. Im Gottesdienst weiten wir den Blick über das Ersehnte hinaus und lassen uns beschenken von dem, der die letzte Sehnsucht zu erfüllen vermag.
Du – Licht über allem:
Erleuchte mit deinen Farben unsere Herzen.
Gib uns einen Glauben, der weiter führt,
eine Hoffnung, die durch alles trägt,
und eine Liebe, die in die Tiefe wächst.
Lass uns spüren, wer du bist.
Lass uns erkennen,
welchen Weg du mit uns gehen willst. Amen


