Wache Augen - freie Hände - mutige Füsse
Wer wünscht es sich nicht im eigenen Leben, von Weggefährtinnen und Mitarbeitern: einen wachen Blick in die Welt, Aufmerksamkeit für das Gegenüber und Umsicht? Und freie Hände, Handlungsfreiheit für sich selbst und andere? und mutige Schritte? Am 24. November beginnt das "Jahr der Orden". Ein Ordenstag in Bern hat Schwestern und Brüder, Mönche und Nonnen der ganzen Schweiz zu einer "Tagsatzung" versammelt. Niklaus Kuster hat als Referent die drei klassischen Gelübde neu gedeutet: Wachheit, Freiheit und Mut kennzeichnen in dieser Sicht das Ordensleben nicht weniger als andere Wege - nicht weniger, nur anders. Das Bild zeigt franziskanische Schwestern unter den Eintreffenden: die Kapuzinerin Maria Theresia und Schwestern des SLS, aus Menzingen und Ingenbohl.
Das Grundsatzreferat deutet die klassischen Versprechen Gehorsam ("Wache Augen"), Armut ("freie Hände") und Ehelosigkeit ("mutige Füsse") befreiend und ermutigend aktiv. Erschienen sie in einer asketischen Tradition zunehmend engführend als -losigkeiten (willenlos, besitzlos, ehelos), verheissen sie als Räte des Evangeliums vielmehr Lebensfülle in den Fussspuren Jesu. Und Räte des Evangeliums lassen sich in jeder Lebensweise beherzigen: auch in einer Partnerschaft und Familie, im Single-Leben und in WGs.
Der Referatstext ist hier deutsch und französisch abrufbar:
Evangelische Räte - Referat am Ordenstag der KOVOSS
Le regard éveillé – les mains libres – des pas courageux
Niklaus Kuster verband sein Referat mit ausgewählten Sequenzen des Films "Des hommes et des Dieux" und liess das Leben und Wirken der Zisterziensermönche im Atlasgebirge in die Sendung und die Zukunftsfragen der Schweizer Ordenslandschaft sprechen:

Die "Tagsatzung der Orden" hat sich in einem bunten Kreis von 120 Schwestern und Brüdern mit der eigenen Grundberufung befasst. Weihbischof Martin Gächter, der am Martinstag mit 75 seine Demission einreicht, fand sowohl das Referat wie die Auseinandersetzung mit der Lage der Orden in der heutigen Welt ermutigend wach. Erfrischend sei auch die neue Sprache, die es denn auch brauche, um die moderne Gesellschaft zu erreichen. Er wünschte sich im abschliessenden Gottesdienst, dass Menschen von heute erfahren, was das Ordensleben an Lebensfülle bietet.
Eine Momentaufnahme des Referates in der Berner Bruderklausen-Kirche

Impressionen aus den Workshops



Br. Ephrem Bucher, der aktuelle Vorsitzende der SChweizer Ordensoberekonferenz KOVOSS, schreibt zum Jahr der Orden, das Papst Franziskus für die katholische Kirche ausgerufen hat und das vom 24. November 2014 bis 2. Februar 2016 dauert:
JahrOrden-EphremBucher-Info.pdf
Bruder Ephrem bedankt sich als Präsident der KOVOSS/CORISS bei der Pastoralkommission für ihre langjährige Arbeit und die Organisation des Ordenstages 2014:

