Ranftweg

Klara von Assisi - "quellfrisch"

"ad fontes" - zu den Quellen, verlangten die Humanisten, um sowohl der Geschichte wie auch Menschen und ihrer Botschaft gerecht zu werden. Vier Jahre nach dem Sammelband der Franziskus-Quellen liegt nun auch die deutsche Ausgabe aller bedeutsamen Textzeugnisse vor, in denen Klara selber spricht oder in denen ihr Leben, ihre Gemeinschaft und ihre Wirkungsgeschichte Thema sind.
Die beiden Franziskaner Johannes Schneider von Salzburg und Paul Zahner von Graz/Näfels haben als Herausgeber eine Herkulesarbeit verrichtet, und sieben Mitarbeiterinnen und elf Mitarbeiter haben insgesamt 1588 Seiten zusammengetragen: Quellentexte in neuen Übersetzungen, viele davon erstmals überhaupt deutsch greifbar, alle auf dem neuesten Forschungsstand, vorgestellt, eingeleitet und kommentiert.
Die Frauen des Mittelalters, die derart gut dokumentiert sind, lassen sich an den Fingern einer Hand abzählen. Tatsächlich ist Klara die erste Frau der christlichen Geschichte, die eine Regel für Frauen schrieb und dafür die kirchliche Anerkennung fand.
 
Bereits zu Lebzeiten spannte sich das Netz ihrer Gemeinschaften von Spanien bis in die Slowakei und von Reims bis Assisi. Der Quellenband zeigt dabei Erstaunliches auf: Zu Lebzeiten des Franziskus war San Damiano nie ein Kloster. Ein solches wird es erst 1229. Klara lässt sich auch nie wirklich vereinnahmen für den Verband der "eingeschlossenen Nonnen", die vom Papst gesammelt zunächst "Damiansorden" genannt werden und später dann Klaraorden (Klarissen) heissen. Das Klarakloster in Assisi und die Schwestern, die das Grab der Heiligen hüten, treten kurz nach der päpstlich erzwungenen Fusion des Ordo sanctae Clarae aus dem Klarissenorden aus.
 
Ein Quellenband, der mit Überraschungen aufwartet und manche Klischees gründlich sprengt! Ad fontes, denn nur so können die Geschichte beleuchtet, Menschen verstanden und ihre Botschaft gewürdigt werden. Das gilt auch für all die biografischen Quellen zur grossen Schwester von Assisi. Martina Kreidler-Kos hat etwa die Zeugnisse von Klaras Gefährtinnen neu übersetzt. Und es gilt für die mystischen Texte, die auf Klara selber zurückgehen, für die liturgischen, die die Heilige aus kirchlicher Sicht würdigen, und die chronikalischen oder die volkssprachlichen Traditionen, die ihre Ausstrahlung über das ganze Europa des Spätmittelalters dokumentieren.
 
Die Fundgrube, die alle bisherigen Gesamtausgaben in anderen Sprachen übertrifft, 
hat allerdings ihr Gewicht und ihren Preis:
 
2.2 kg wiegt das Buch in seinem kastanienbraunen Schutzumschlag
und es kostet eine stolze Summe:
 

ISBN 978-3-7666-1622-7

insgesamt 1632 Seiten | 16,5 x 24 cm | gebunden | mit Fadenheftung | im Schuber | mit 3 Lesebändchen | 

mit CD-Rom mit Textbestand der Franziskus- und Klara-Quellen 

€ [D] 149,00 | € [A] 153,20 

bei Direktimport in die Schweiz nach aktuellem Wechselkurs: 180 CHF