Tauteam am Tatort
Unschöne Überraschung beim Mittagsspaziergang Ende Januar, am Tag bevor der neue Wintereinbruch kam. Eine Blutsour im weissen Schnee auf dem Vitaparcours von St. Peterzell. Sie führt zu einem jungen Reh. Seine hinteren Läufe sind beide gebrochen, seine noch jungen Hörner blutrot verklebt. Ein Auto muss es erwischt haben, in der Nacht zuvor. Nadia verständigt die Polizei. Rös hilft ihr die erbetenen Koordinaten abfragen. Rega-App und der technischen Versiertheit Nadias sei s gedankt, dass die Polizei umgehend die superpräzise Antwort bekommt. Der Wildhüter wird aufgeboten. Er stellt eindeutige Fahrerflucht fest: Der junge Rehbock sei da kurz vor dem Dorfeingang von einem Auto mit überhöhter Geschwindigkeit erwischt und überrollt worden. Jedenfalls könnten HInterläufe und Hörner wohl nur so gemeinsam gebrochen werden. Imelda sichert die Szene wie eine Kommissarin alten Stils, mit dunkler Brille - und Halbschuhen auf vereistem Vitaparcours (Bild oben). So traurig sie zunächst war: berührend wirkt die Sorge des Jägers, der das junge Rotwild an einem geschützten Ort den Füchsen hinlegt. Es sei schon zwanzig Stunden tot und deswegen eben "für die Füchse".
Wir haben in der Alten Propstei von St. Peterzell unser 17. Teamjahr eingeläutet. Eine unserer Gastgeberinnen, Sr. Vreni, hat selber jahrelang in der interfranziskanischen Bildung, Impuls- und Vernetzungsarbeit mitgewirkt. So nachteilig sich immer grössere Seelsorgeeinheiten auch auf das Leben vor Ort auswirken, in St. Peterzell zeigen sich auch Chancen. Das leere Pfarrhaus, einst ein Minikloster der Abtei St. Gallen, steht zwei Menzingerschwestern zur Verfügung, die es als Haus der Stille führen. Sie bieten Exerzitien, biblische Wanderwochen und geistliche Begleitung an, beherbergen Pilgernde an der klassischen Jakobswegroute von Rorschach-St.Gallen-Rapperswil, sind aber auch im Pfarreileben präsent, singen im gemeinsamen Kirchenchor der katholischen und reformierten Gemeinde mit und engagieren sich in der ökumenischen Bibelgruppe. Erstaunlich, wieviel Leben sich im Gästebuch spiegelt und wie wohltuend sich die Präsenz zweier Frauen im Dorf auswirkt, dank denen nicht nur die Kirche nebenan, sondern auch das Pfarrhaus offene Türen behält.Nähere Infos zum Haus der Stille in St. Peterzell: http://www.haus-der-stille.ch/

