Ranftweg

Ranft - Friedensgebet 2012

Aus Bern und aus Eglisau, vom Alpstein und Jurasüdfuss kamen sie, um den Abend zum 3. Advent im Ranft zu verbringen. Im Schnee leuchtete eine stille Lichtspur: Hunderte von Kerzen, die den Weg vom Flüeli zur Melchaa wiesen. Rund fünfzig Personen wählten den langen Weg und pilgerten mit Fackeln und Laternen von Sachseln in den Ranft. Neunzig Personen wählten den meditativen Abstieg zu Bruder Klaus.

Wegstationen mit Impulsen und schlichten Symbolhandlungen liessen dankbar auf die Schweiz schauen, der es in Europa und in der Welt noch immer sehr gut geht: sozial, politisch und wirtschaftlich. Doch auch hierzulande nagen Entwicklungen am Frieden. Mit Bruder Klaus schauten wir wach in unser Land und auch "über den Zaun hinaus": dankbar für alle Formen von Solidarität und Friedensdienste, besorgt über deren Gefährdung und hoffnungsvoll mit Blick auf Gottes Sohn, der sich auch heute in diese Welt wagt - und "mit uns bleibt alle Tage".

 

In der Eucharistiefeier, zu der franziskanisch Engagierte, Schwestern und Brüdern die untere Ranftkapelle füllten, liessen wir uns vom Musikquintett aus dem Kloster St. Klara in Stans und maestro Röbi verzaubern und von Johannes dem Täufer vorbereiten auf den, DER kommt:

 

Sonntagsevangelium von Gaudete

(Lk 3,10-18)


Auslegung in unseren Kreis:

 

Jede Gruppe fragt Johannes am Jordan, was sie tun soll! 

Der Täufer antwortet: redlich handeln!

 

Auch das Schweizer Volk kann fragen: 

Was sollen wir tun?

Die Antwort des Täufers an die Leute damals gälte auch für uns:

Wer mehr als genug Kleider hat, denke an jene, die zu wenig haben,

und wer mehr als genug zu essen hat,

öffne die Hand für jene, die hungern.


Zu den Zöllnern von damals gesellen sich heute u. a.

Banker, Wohnungsvermieter und Verwalter.

Es gibt korrekte, menschliche, überaus hilfreiche, 

es gibt andere, die ihre Bilanz schamlos aufbessern.

Die Antwort des Täufers gilt auch heute:

Verlangt nicht mehr, als euch zusteht.


Auch heute könnten Soldaten die genau gleiche Frage stellen:

Was sollen denn wir tun?

Die Antwort des Täufers gilt nicht nur für deutsche Soldaten 

in Afghanistan und Kämpfer in Syrien.

Die Antwort des Täufers gilt auch heute, für uns alle, die irgendwo

ein klein bisschen Macht haben:

Misshandelt niemanden, erpresst niemanden,

begnügt euch mit eurem Sold!


Die Religiösen damals fragten Johannes,

ob er es sei, der ihre Erwartungen erfülle.

Seine Antwort gilt auch heute noch

und in unserer Ortskirche Schweiz:

Gebt Gottes Geist Spielraum,

er wird euch allen gegeben –

er wirkt in Einsiedeln und in Chur,

er wirkt in jeder Gemeinde,

in Geweihten und allen Gefirmten,

in Frauen, Männern und Kindern.

 

Und ich: Was soll ich tun – in einer ganz konkreten Situation?

Vielleicht hören Sie die Antwort des Johannes an Sie persönlich.

 

Bild: die Melchaaschlucht vor dem Anzünden der 300 Kerzen,

die den Weg in die Stille, in die Tiefe und in das gemeinsame Feiern wiesen.

 

Ranftgebet2012a

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und am Tag danach wollte ein klammer Feuersalamander 

beim Einsammeln der Kerzengläser helfen!

Während wir von den Ranftschwestern mit Kaffee erwärmt

und von den Menzingerschwestern im Flüeli mit einem Fondue verwöhnt wurden,

bekam der Salamander Gastrecht in Keller und Garten des Ranfthauses.

 

Ranft-Feuersalamander2012Dez