Ranftweg

Friedensgebet der Weltreligionen in Assisi

 

Als Nachfolger des Franziskus haben alle Generalminister der vier Brüderorden den Papst in der Portiunkulakirche willkommen geheissen, bevor dieser als Gastgeber die Delegationen empfing. Der Schweizer Kapuziner Mauro Jöhri aus dem Bündner Bivio tat es erfrischend brüderlich mit dem Charme eines Hüttenwarts in den Alpen. Als die Vertreter aller Religionen am Vormittag vor der Portiunkulakirche über ihre Wege zu innerem und äusserem Frieden sprachen, gab es immer wieder bewegende Momente: ehrfürchtiges Staunen orthodoxer Metropoliten, als der Medizinmann afrikanischer Naturreligion sein Friedensgebet sang, und erstaunliche Worte des Papstes, nachdem die agnostische Französin über die Friedenssuche ohne Gott sprach. Dass Ungläubige die katholische Kirche heilsam daran erinnern, dass auch sie – mit allen Religionen der Welt – nicht Besitzerin, sondern Pilgerin hin zur Wahrheit und zum Frieden sei, liess aus dem Munde des Papstes manche aufhorchen. Bewegende Zeichen prägten dann auch den Nachmittag: als die Vertreter der Muslime und der Juden sich den Friedensgruss gaben, der Papst und der ökumenische Patriarch sich umarmten, junge Frauen aus allen Rassen vor den ergrauten Religionsvertretern das franziskanische Friedensgebet tanzten, schwarze Franziskaner weiss Tauben auf die versammelten Religionen fliegen liessen – und als am Ende auch Hinduisten, Buddhisten, Muslime und die Vertreter der evangelischen und orthodoxen Kirchen den Papst zum dankbaren Innehalten ans Grab des Poverello begleiteten.

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