Schön und vital - das Kloster Rapperswil
Die untergehende Sonne über dem Zürichsee verbindet Orte und Menschen, Geschichte und Gegenwart. Dazu mehr weiter unten. Das Bild entstand Ende Oktober im Kloster Rapperswil. Das Tauteam hat in einem der schönsten Klöster der Schweiz auf bewegte Herbstwochen unterwegs zurückgeschaut und sich für den Winter gerüstet. Das Kloster zum Mitleben hat mit seinen Lebensrhythmen, seiner gemischten Gemeinschaft und einem überaus bunten Kreis mitlebender Gäste eine sehr anregende "Herberge" geboten.
Zum Kloster zum Mitleben Rapperswil
Das Kloster Rapperswil öffnet seine Türen und Räume seit 1992 für Gäste, die eine Woche oder auch mehrere Monate mitleben möchten: Frauen und Männer, noch jugendliche und bereits pensionierte, Menschen unterschiedlichster Herkunft, Konfession oder Religion. Das Tauteam hat eine typische Gäste-Woche erlebt: mit "full house" und einer bunten Runde, zu der eine junge Journalistin und eine bewährter Mesmer, eine vierfache Mutter und deren eigene Mutter gehörte. Einzelne Gäste erlebten das Kloster als spannendes Neuland, andere gönnen sich eine solche Auszeit zum wiederholten Mal.
Das Kloster hat eine dreifache Aufgabe: eine gute Vernetzung mit der Stadt und der Bevölkerung der Region (das "Chlösterli" selbst ist Eigentum der Bürgergemeinde), zeitgemässe und kreative Formen des Betens und Feierns und Gastfreundschaft. Offen für Männer und Frauen, ist auch die gastgebende Gemeinschaft geschwisterlich zusammengesetzt. Zwei Menzinger Schwestern und neun Kapuziner tragen und begleiten das Projekt mit vereinten Kräften. Rapperswil sieht diie Sonne zur Zeit hinter den Menzinger Linden untergehen, die den Hügelzug über dem Mutterhaus der Schwestern wetterfest krönen. Im Lichtspiegel der Sonne ist die Insel Lützelau sichtbar, wo sich im 8. Jahrhundert das älteste Frauenkloster der Schweiz befand. Da die "Aue" allzu "lützel" (klein) war, hatte sie aber wirtschaftlich nicht lange Bestand. Gleich dahinter liegt die Ufenau, einst Pfarrinsel mit einem Mönchspriester aus Einsiedeln. Noch immer im Besitz der Abtei, erinnert sie an die Grundunterschiede zwischen Mönchen und franziskanischen Brüdern und Schwestern: Erstere suchten weltabgeschieden das stille Leben "im Finsteren Wald", während Franziskus Stadt und Stille menschennah miteinander verband.

In unserer Arbeitszeit haben wir auf reiche Wochen unterwegs zurückgeschaut: eine traumhaft sonnige "Pilgerwoche für Mutige" von Orvieto nach Assisi, eine erfreulich trockene Wanderwoche auf der Via Gottardo von Basel nach Luzern, zwei Kulturreisen nach Umbrien und durch die Steiermark sowie eine spannende Bildungswoche mit Seelsorgenden in Prag.
Der auswertende Blick zurück verband sich mit Vorarbeiten für den Advent und das kommende Jahr, die Planung neuer Reisen und Tagungen, PR-Pflege und Detailprogrammen, die Vorbereitung auf die GV der Franziskanischen Schweiz und des Friedensgebetes im adventlichen Ranft (13. Dezember).
Mit der gastgebenden Gemeinschaft gestalteten wir einen informativen Bildungsnachmittag zum Chemin Neuf. Die 1974 in Lyon entstandene Gemeinschaft zählt heute weltweit 2000 Mitglieder unter ihnen 300 Brüder Priester und Schwestern, der Grossteil jedoch Familien, die die gemeinsame apostolische Sendung mitttragen. Gemeinsamkeiten wie das Zusammenspiel von Schwestern, Brüdern und Verheirateten, Bildungsarbeit ud Gastfreundschaft, Weltoffenheit und Gespür für die Zeichen der Zeit verbinden Rapperswil mit Orten des Chemin Neuf. Und doch würde kaum ein "Rapperswiler" oder eine "Rapperswilerin" vom Chlösterli auf den "neuen Weg" der französischen Gründung wechseln.
Zur Schweizer Homepage des Chemin Neuf
Wir freuen uns, das Ehepaar Hirsch und Schwester Christa Fuchs kennenzulernen, die Anfang September als Mitglieder des Chemin Neuf die Betreuung der Ranftkapellen und der Ranftpilgerschaft übernommen haben:


