Ranftweg

Klaras Schwestern in der Schweiz

Die Klarissen von Cademario haben Anfang September ihre Leitung neu gewählt Sie schreiben ihren Freunden und Geschwistern in der Deutschschweiz:

Unsere Gemeinschaft hat vom 2.-6. September 2013 unserer Kapitel abgehalten.
 
Unter dem Vorsitz des Provinzials  Br. Francesco Bravi OFM
haben am 6 September die Wahlen stattgefunden.
Als Äbtissin wurde neu gewählt Sr. Maria Maddalena Pradelli,
als Vikarin wurde neu gewählt Sr. Maria Rita Silini
und als Rätin wirkt künftig Sr. Chiara Myriam Polito.
 
Vereinen wir uns im gemeinsamen Gebet!!
Im franziskanische Verbundenheit,
 
Sr. Chiara Noemi

Cademario-Kloster3Das Bild zeigt die Autorin, die als Novizenmeisterin junge Frauen uns Leben von Klaraschwestern einfügt und auch gut deutsch spricht. Sie steht im modernen Erweiterungsbau des erst 1992 in einem Ferienhaus gegründeten Klosters. Da dieses sich im Lauf der zwanzig Jahre als sehr beengend erwies und die Gemeinschaft immer wieder Neueintritte verzeichnet, haben die Diözese Lugano und der Freundeskreis der Schwestern grosszügige Erweiterungsbauten ermöglicht, die letztes Jahr bezogen werden konnten.

Bereits zu Klaras Lebzeiten entsteht eine erste Gemeinschaft von Klarissen am Hochrhein bei Diessenhofen. Die Gemeinschaft des Klosters Paradies existierte am längsten aller Klarissenklöster, von 1253 bis 1836 mit einem Intermezzo in der Reformationszeit (Vertreibung der Schwestern 1529-1578).

Basel verzeichnet gelich zwei Klarissenklöster. An das grössere Kloster St. Clara erinnert heute noch die Klarakirche in Kleinbasel. Die Gemeinschaft bestand von 1266 bis zur Vertreibung der Schwestern 1529. Aus dem Aargauer Gnadenthal zogen vor 1289 Beginen nach Basel, wo sie ihr gleichnamiges Kloster im Orden der hl. Klara errichteten und ebenfalls bis 1529 existierten.

Unweit ihres Stammsitzes gründeten die Habsburger nach dem Mord am deutschen König Albrecht I. am Tatort das Kloster Königsfelden bei Windisch. Die gotische Klosterkirche ist auf dem Areal der psychiatrischen Klinik erhalten und zeugt mit ihren mittelalterlichen Glasfenstern vom Glanz einer Gemeinschaft, die einzigartig in der franziskanischen Klosterlandschaft Brüder des Franziskus und Schwestern Klaras in einem Doppelkloster vereinte (1309-1528).

Jongny-monastèreDie Westschweiz musste bis zur Reform der hl. Colette de Corbie warten, um Schwestern Klaras zu empfangen. Anders als die "reichen Klarissen" der Deutschschweiz lebten diese als "arme Klarissen" nach Klaras eigener Ordensregel. Zwei der drei Reformklöster reichen in die Lebenszeit der hl. Colette zurück und gingen alle in der Reformationszeit unter: Das Clara-Kloster von Vevey entstand 1422 (bis 1536), das Clara-Kloster in Orbe kurz danach (1426-1555), während das Kloster Sanctae Clarae in Genf 1474-1535 bestand.

Aus Frankreich kehrten die Colettines im 20. Jahrhundert nach Vevey zurück, wo sie heute in nahem Jongny das moderne Kloster Sainte Claire bewohnen. Das Kloster verfügt über eine Ikonenwerkstatt und führt auch Ikonenmalkurse durch. Das Bild zeigt die Klosterkirche.

Die kurzen Notizen über Klöster des Klaraordens in der Schweiz lassen ahnen, wie einschneidend die Reformation für die franziskanische Präsenz gewesen ist. Die folgende Karte verzeichnet die Klöster des Franziskusordens im Schweizer Mittelalter.

Schweiz-Franziskaner-Mittelalter