Franziskus für Kinder und Jugendliche
Die spannende Abenteuergeschichte führt mit packenden Dialogen und anschaulichen Szenen ins Mittelalter, in die Familien reicher Kaufleute wie auf die Strasse zu den Bettlern, in Streitigkeiten zwischen kirchlichen und weltlichen Fürsten und in den Kreuzzug gegen die Sarazenen. Francesco, junger Modefachmann und Partyhengst in Assisi, will Ritter werden. Krieg und Gefangenschaft bringen ihn aber zum Nachdenken. Der Junge bekehrt sich zu einem Leben ohne Gewalt. Er bricht mit dem Vater und dessen bürgerlichen Ansprüchen und gründet mit seinen Freunden eine Bruderschaft, die Erfolge und Misserfolge durchlebt.Franz von Assisi wird so zum Friedensboten, der die Menschen bis heute über alle religiösen und politischen Grenzen hinaus prägt im Einsatz für Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.
Infos zum Buch:
Im Nachwort leitet Niklaus Kuster aus dem Leben des Franz von Assisi zehn Gebote für Friedensaktive ab, eine spannende Anregung für das Gespräch in der Familie, im Unterricht und besonders mit Kindern, die in der Schule eine Rolle im Schlichten von Konflikten spielen.
Zehn Gebote für Friedensaktive:
(Auszug aus dem Nachwort Markus Arnold, Vom Ritter zum Friedensboten, rex 2013)
Die folgenden zehn Gebote wollen zum Gespräch in Schulklasse, Familie oder Jugendgruppe anregen, besonders dort, wo Kinder als „Streitschlichter“ aktiv werden sollen.
Der lebenslange Lernprozess des Franziskus, der heute alle Welt- und Naturreligionen wie kein
anderer Prophet verbindet, lässt sich in zehn Weisungen für Friedensengagierte fassen.
1. Eigene Grenzen überwinden
Begegnung mit dem Fremden gelingt, wo Menschen ihre eigene Realität überschreiten und relativie- ren. Es braucht die kritische Distanz, um die eigene Welt zu durchschauen und ihre Konflikte zu ver- stehen. Der „andere Blick“ lässt das Eigene klarer sehen und das Verbindende im Fremden erkennen.
2. Die eigene Identität zeigen
Partner, die sich um Verständigung bemühen, begegnen einander im Dialog. Begegnungen gelingen nicht nur dank geschickt gewählter Worte und guter Rollenverteilung, sondern wesentlich wegen dem inneren Profil der Beteiligten. Franziskus fordert seine Gefährten auf, sich jedem gegenüber als Bruder zu verhalten und sich interreligiös aufrichtig als Christen zu bekennen.
3. Gottvertrauen
Franziskus traut Gottes Geist zu, in jedem Menschen und auch in anderen Religionen zu wirken. Vertrauen in das Tun Gottes über die eigenen Möglichkeiten hinaus lässt Glaubende anderen Menschen bescheiden, offen und auf Augenhöhe begegnen. Das Vertrauen darauf, dass Gott als Vater aller Menschen auch alle in seiner neuen Welt vereinen wird, bewirkt, dass es letztlich keine Feinde gibt und Feindbilder keine Macht entfalten.
4. Die Initiative ergreifen
Versöhnungen zwischen Familien, Parteien und Städten, ja selbst in religiösen Konflikten kommen nur zustande, wenn Mutige initiativ werden. Franziskus vertraut in Arezzo und in Ägypten auch unter ungünstigen Bedingungen auf die Offenheit des anderen. Mut und Vertrauen lassen gewagte Interventionen zwischen den Fronten zu Begegnung werden und gelingen.
5. Die Friedenssehnsucht ansprechen
Die Brüder trafen auf soziale Spannungen und Städtekonflikte, in Spanien und Ägypten auf eskalierende Religionskriege. Indem sie schutzlos Frontlinien überschritten, wurden sie als Friedensboten erkannt. Wer militärischem Machtgehabe mit gewaltloser Hoffnung begegnet, spricht die Sehnsucht an, die in jedem Menschen letztlich Friede wünscht.
6. Menschen hilfreich sein
Wer anderen Gutes tut, verbindet durch Taten, die stärker sind als Worte. Franziskus sieht in Andersdenkenden und Andersgläubigen Geschwister. Er ermutigt seine Brüder, sich auf andere Kulturen einzulassen und darin „jedem Menschen dienstbar zu sein“. Wer das Wohl der anderen sieht, ihre Entfaltung fördert und ihnen gut tut, wird wohlwollend wahrgenommen.
7. Mitten unter den anderen leben
Sowohl in sozialen und politischen Konflikten wie in interreligiösen Konfrontationen finden Begegnung und Dialog eine andere Basis, wenn man nicht einfach „zu“ den anderen geht oder „für sie“ wirkt, sondern „unter ihnen“ lebt. Franziskus ermutigt alle Menschen, die Lebensbedingungen eines Milieus
zu teilen, in das sie sich gesandt fühlen.
8. Durch das Leben sprechen
Franziskus unterscheidet zwei Formen der Mission: jene durch die Sprache des eigenen Lebens und Handelns, und jene durch Worte. Er zieht die erste Art vor. Erst wer sich mit der anderen Kultur und Religion vertraut gemacht hat und sicher ist, „dass es Gott gefällt“, soll Glaubensfragen ansprechen.
9. Zuhören und lernen
Franziskus lässt sich als überzeugter Christ beeindrucken vom täglichen Beten der Moslems und ihrem ehrfürchtigen Umgang mit dem Koran. Zugleich gewinnt die Gottesliebe des Mystikers die Freundschaft des Sultans. Gelingende Begegnungen leben vom Geben und Nehmen und schenken Impulse für den eigenen Alltag.
10. Nicht allein, sondern gemeinsam
Franziskus handelt nicht als Individualist. Er sendet seine Gefährten zu zweit oder in kleinen Gruppen, um Frieden und das Evangelium in die Welt zu tragen. Das Verhalten im eigenen Kreis soll überzeugend sichtbar machen, was Menschen verkünden.
Den eigenen Friedensauftrag entdecken
Franziskus hat die Worte der Bibel und das Leben Jesu verinnerlicht und beides zu seinem eigenen Reden und Handeln gemacht, indem er den Fuβspuren Jesu nicht nur folgte, sondern sie in seiner Persönlichkeit vertiefte. Dieser Auftrag geht eigentlich an jeden Menschen, der sich Christ nennt. In den formulierten zehn Geboten für Friedensaktive lassen sich zentrale Aussagen der zehn Gebote und die Lebenshaltungen von Jesus entdecken:
1. Liebe deinen Nächsten... 2. ...wie dich selbst. 3. Du sollst neben mir keine anderen Götter haben 4. Sechs Tage darfst du schaffen... 5. Du sollst nicht morden, 6. nicht nach dem verlangen, was deinem Nächsten gehört, 7. nichts Falsches gegen die Nächsten aussagen... 8. Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen. 9. Du sollst Vater & Mutter ehren 10. Jesus begründet die Gemeinde: Wo zwei oder drei in meinem Namen...
In diesem Sinn fordert uns Franz von Assisi auf, aus der Bibel und in der Nachfolge Jesu Grundsätze für den eigenen Friedensauftrag zu finden, miteinander in der Familie, in der Schulklasse, in der Jugendgruppe, in der Pfarrei.

