Reisen

Bilder und Berichte zu unseren Reisen

Hier finden Sie in loser Folge Bilder und Berichte zu unseren Reisen.

Prag

_Prag-Moldau-Karlsbrcke3Wie es Kirchen in einem nachchristlichen Europa geht, zeigt noch drastischer als Thüringen und weiter östlich Tschechien auf. Gleich zwei unserer Reisen führten nach Prag: eine erste Woche war im Sommer speziell auf franziskanisch Interessierte ausgerichtet. Im Frühherbst begleiteten Nadia und Niklaus auch die ökumenische Erwachsenenbildung Nidwaldens ins goldene Prag.

 

Die einstige Hauptstadt Europas unter Kaiser Karl IV. und später unter dem Habsburger Rudolph II. beeindruckt mit der Pracht des „goldenen Prag“: Hradschin, Karlsbrücke, Altstädter Ring, Karlsuniversität und die Bauten am Königsweg erstrahlen heute in frisch renoviertem Glanz und lassen die trist-graue Realität des morschen Kommunismus vergessen. Umso beeindruckender hob sich am zweiten Tag das „franziskanische Prag“ von jeder königlichen Pracht ab: die Welt von Klaras Freundin Agnes, die als Prinzessin vom Kaiser umworben den Abstieg ins Leben einer armen Schwester wählte. Die folgenden Tage leuchteten mit dem „hussitischen Böhmen“ und dem „jüdischen Prag“ von der Altneusynagoge bis Kafka weitere Dimensionen einer Stadt aus, die Weltgeschichte schrieb, Weltkultur bewahrt und Menschen aus aller Welt begeistert.
Spannende zusätzliche Horizonte eröffneten dieser zweiten Reise die Begegnungen mit der evangelischen Kirche der böhmischen Brüder: ihr Beauftragter für Aussenbeziehungen und Ökumene schilderte, welche Wege eine Landeskirche aus 1% der Bevölkerung in einer nachchristlichen Gesellschaft findet, und in der Trabantenstadt Chodow empfing uns die Gemeinde, der das reformierte Nidwalden eine moderne Kirche inmitten von Hochhäusern und Wohnblocks bauen half: eine Gemeinde, die unbedeutend, glaubensfroh und solidarisch an die Zeiten der Urkirche erinnert.

Padua

_Padua-Quinn-JosefBrndlerSeit einem Vierteljahrhundert (1975) hat das Seraphische Liebeswerk Solothurn Pilgerreisen nach Padua begleitet. Sr. Marietheres Rotzetter und Br. Josef Bründler haben da in den letzten Jahren Schweizer Gruppen auf die Spuren des grossen Predigers und Patrons des Solothurner Antoniushauses geführt. Diesen September hat das Tauteam die Begleitung der beliebten Reisen übernommen.

 

Auf bewährten und auf neuen Pfaden haben 21 Interessierte sich mit der Lebenswelt des sozialen Heiligen vertraut gemacht. Die bedeutsamen Orte seiner letzten Wirkstätte erzählen vom prophetischen Wirken des beliebten Volkspredigers, der auch politisch Mächtigen unerschrocken entgegentrat. Die Wallfahrtskirche des Heiligen und Paduas Dom bezeugen seine bis heute ungebrochene Popularität, die sich in Kunstwerken aus Mittelalter und Moderne spiegelt. Die Mitgereisten wissen nun auch, warum Antonius nach seinem Tod bis heute zum Nothelfer für alles Verlorene wurde. Die nächste Paduareise findet vom 3. bis 8. September 2012 statt.

Zum Bild:
Das Bild zeigt die Skulptur “Antonius und das Jesuskind”, ein Werk von Lorenzo Quinn, Sohn des Schauspielers Anthony Quinn. Sie interpretiert das legendäre Motiv im Sinne des Volkspredigers, der den Himmel auf Erden neu erfahrbar macht. Auf dem Foto gesellt sich Br. Josef Bründer zu seinem Mitbruder.

Inspirierende Wege in Assisi und Umgebung

Inspirierende Wege in Assisi         (21. -28. 06. 2011)
Begleitende: Ruth Lydia Koch, Theologin; Joseph Röösli, Musiker; Walter Steffen, Historiker.
 
1. "Weg und Ziel sind eins in unserm Leben....."
Hat je eine Tauteam-Reise so angefangen? - Kaffee und Gipfeli im KKL - Dampferparade auf dem See - Stadtbesichtigung bei Kaiserwetter - und trotzdem waren wir am selben Tag schon um 20.30 in Assisi.

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Assisi bedächtig

Eine alternative Wanderwoche für Mutige

Eine Wander- und Kulturwoche für Pilgernde


Vom 25. 09. - 02. 10. fand die Wanderwoche für Pilgernde des Tauteams der Franziskanischen Schweiz unter der Leitung von Rös und Walter Steffen statt. Zwölf Pilgernde wagten die ca 100 km von La Verna nach Assisi.

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Auf den Spuren der Landgräfin Elisabeth und Martin Luthers

Marburg-ElisabethkircheFür das „franziskanische Europa“ ist die Mitte Deutschlands von besonderem Interesse. Entdeckungsreisen spüren den Anfängen nach, die in Thüringen und Hessen im Zeichen der faszinierenden Gestalt Elisabeths stehen, der Landgräfin, die zur Schwester der Ärmsten geworden ist. Diesen Frühherbst haben wir die 16. Reise auf ihren Spuren begleitet.

 

Im Herbst 1221 über die Alpen gelangt, verbreiteten sich die Brüder des Franziskus im Lauf der folgenden zwei Jahre bis Hildesheim und Magdeburg. 1224 gründeten sie auch in Thüringen erste Niederlassungen. In der jungen Landgräfin Elisabeth gewannen sie eine ebenso mächtige wie sensible Verbündete. Erst 17-jährig, regierte sie als zweifache Mutter und als Landesmutter ein Gebiet, das vom Rhein bis an die Saale reicht. Als Krisenpolitikerin bewältigte sie während einer Italienreise ihres Mannes eine Hungerkatastrophe. Spirituell beraten vom Franziskaner Rüdiger, erkannte sie in allen Menschen unabhängig von Stand und Ansehen ihre Geschwister, da sie zum gleichen Vater im Himmel beten. Nach dem Tod ihres Mannes aus der Wartburg verbannt, gründete Elisabeth im hessischen Marburg ein Hospital: ein schlichter Riegelbau aus Holz und Lehm, dessen Kapelle im Herbst 1228 die erste Franziskuskirche nördlich der Alpen wurde. Nach der „klassischen“ Thüringen-Hessen-Reise vom Juli begleitete Niklaus im September auch den Klosterkreis Olten in Elisabeths Welt. Dabei haben die Pilgernden nicht nur ein wunderschönes Land gleich hinter dem einstigen Eisernen Vorhang entdeckt, sondern kurz vor dem Papstbesuch in Erfurt auch beeindruckende Erfahrungen mit gelebter Ökumene an der einstigen Wiege der Reformation gemacht.

Eremo Monteluco

Monteluco-Eremo-GruppeTausende reisen jährlich nach Assisi. Nur wenige tun es, um in Umbrien die Stille und sich selber zu finden. Unsere zweite Timeout- oder Exerzitienwoche dieses Jahres hat im Oktober zwanzig Schweizerinnen und Schweizer ins Bergkloster Monteluco geführt. Hoch über der Ebene Assisis verwöhnte uns eine Herbstwoche in den Steineichenwäldern und auf den Grashöhen zwischen Spoleto- und Nerinatal.

 

Die Regel, die Franziskus für Aufenthalte der Brüder an einsamen Orten schrieb, gab den Tagen ihren Rhythmus und den Nächten ihre tiefe Stille. Sr. Imelda und Br. Niklaus nahmen den „mütterlichen Dienst“ wahr, stimmten morgens meditativ in den Tag und abends in die Nacht ein, gestalteten jeweils einen franzisanischen Impuls in den Vormittag und einen biblischen in den Nachmittag, deckten den Tisch und standen für Begleitgespräche bereit. Helle Mondnächte lockten nicht wenige der Gefährtinnen und Gefährten, draussen im heiligen Hain zu schlafen, der schon den alten Umbrien ein geweihter Wald war. Die acht jungen Brüder Postulanten, die sich ein Jahr lang auf den Noviziatsstart in San Damiano vorbereiten, gewannen ihrerseits Freude an ihren franziskanischen Geschwistern aus dem Norden, deren Kreis sich von Studierenden bis zum frisch pensionierten Gemeindeleiter und vom Musiker bis zur gestandenen Hebamme zog. Zwei Tage in Assisi rundeten die Intensivzeit an jenem traumhaft schönen Ort ab, wo Franziskus der (begreiflichen!) Versuchung widerstand, für den Rest seines Lebens ein Einsiedler zu werden. Wie er zogen auch wir schliesslich frisch gestärkt zurück in den bewegten Alltag der eigenen Lebenswelt.

San Felice im Frühherbst