Im Gespräch - ein Leben lang auf Wanderschaft

 

 

 sao 2016 05 04 750 0900 780795 DSC 8798

Für Bruder Niklaus bedeutet Spiritualität ein Leben mit Tiefe und Weite: «Je tiefer ein Baum Wurzeln schlägt, desto weiter kann er sich strecken.»
(Bild: Isabel Hempen)

Niklaus Kuster ist Kapuzinermönch im Kloster Olten, Dozent für Spiritualität und Buchautor. Er führt ein wortwörtlich bewegtes Leben.

ISABEL HEMPEN war für den Oltener Stadtanzeiger mit ihm im Gespräch:

Niklaus Kuster entspricht beileibe nicht dem gängigen Bild, das man sich von einem Mann der Kirche macht. Kuster ist Mönch im Kapuzinerkloster Olten, bevorzugt aber den Begriff «Bruder». Die Anrede bringt das Wesen des Kapuzinerordens auf den Punkt: Die Kapuzinergemeinschaft, die einer Reformbewegung innerhalb des Franziskanerordens im 16. Jahrhundert entspringt, lebt nach der Regel des heiligen Franz von Assisi. Geschwisterlichkeit und die Nähe zu den Menschen gilt ihr als zentraler Wert.

Weiterlesen

Die Weisse Arche - Am Übergang in eine andere Welt

imageFrüher oder später muss jeder an eine Beerdigung. Später häufiger. Und es sind nicht die angenehmsten Fragen, die dann auftauchen. Wann bin ich dran? Wie werde ich einmal sterben?

Der Film „Die weisse Arche“ stellt sich diesen Fragen. Es ist der dritte Film einer Trilogie von Erwin Beeler, die sich mit Spiritualität, mit Sinn- und Wertfragen beschäftigt.
In seinem neusten Werk, das seit einigen Tagen in den Kinos läuft, wirken auch die Brüder aus dem Kapuzinerkloster in Schwyz prominent mit.
Eindrücklich begleitet der Film das Sterben von Br. Fromund Balmer und gibt intime Einblicke in das gemeinschaftliche Leben im Kapuzinerkloster am Fusse der Mythen.

Beelers Film thematisiert die begrenzte menschliche Erkenntnisfähigkeit und versucht, bis an deren Grenzen zu gehen.

Weiterlesen

Friedensinsel Schweiz...


AdventsgebetRanft-2015obKapelleDer Ort könnte friedvoller nicht sein - und erinnert zugleich an Dramen der Menschheit. Der Weg führt in eine tiefe Schlucht - und öffnet den Blick dennoch weit in die Welt. Die Winternacht mitten in den Alpen könnte dunkler nicht sein - und erstrahlte für einen Abend zauberhaft durch unzählige Kerzenflammen.

Wie jedes Jahr lud die franziskanische Schweiz zu einem Friedensgebet im Ranft, wo Bruder Klaus als Friedensstifter und Nationalpatron gelebt und gewirkt hat. Zwei Meditationswege durch die Nacht zum dritten Adventssonntag rückten den eigenen Alltag und seine Sehnsucht nach "Licht aus der Höhe und Schritte des Friedens" ins Zentrum. Die gemeinsame Eucharistiefeier bat um Lichtblicke in die grossen Konflikte auf der Weltbühne und um eine engagierte Friedenspolitik der Schweiz. Wird die "Friedensinsel" zum verschlossenen Ghetto oder zur offenen Oase? 

Jugendliche halfen eine Lichtspur vom Dorf in die Schlucht zu legen. Das Stimmungsbild zeigt die Treppe zur Kapelle und Klause von Bruder Klaus. "Licht aus der Höhe auf Wege des Friedens" leitete als biblisches Motto das diesjährige Friedensgebet.

Weiterlesen

GV des Franziskanischen Dachverbandes INFAG

IMG 4474Am letzten Montag des Oktobers übergab die "ranghöchste Franziskanerin" ihr Amt in neue Hände. Da nämlich traf sich der Dachverband aller Franziskanischen Gemeinschaften der deutschsprachigen Schweiz - die INFAG - zur jährlichen GV im Franziskanerkloster Marienburg in Näfels.
Das wichtigste Traktandum: Wahlen - passend zum Thema, das uns in den vergangenen Tagen und Wochen stets beschäftigte!
 Sr. Nadja Bühlmann, Generalrätin der Baldeggerschwestern, wurde neu in den Vorstand und zur Präsidentin gewählt. Ihre Vorgängerin, Sr. Ruth Walker, vertritt ab Sommer 2016 die Schweiz  im internationalen Vorstand der Gesamt-INFAG.

Weiterlesen

Kirche mit* - ein dringlicher Pilgerweg nach Rom

Pilgern-SienaAssisiRom
Ein einzigartiges Pilgerprojekt führt nächsten  Frühling zu Fuss von St. Gallen nach Rom. Es knüpft an der "via della fratellanza" an, die Bischof Franziskus von Rom seit seiner Wahl so betont: eine geschwisterliche Kirche, die gemeinsam auf dem Weg ist und in welcher sich der "weibliche Genius" frei entfalten kann. Die Etappen durch die Kernlande der franziskanischen Bewegung laden rund zwanzig Gefährtinnen und Gefährten zum Mitpilgern und Mittragen dieses Anliegens einer Kirche mit* ein. Das Tauteam begleitet den Weg von Siena über Assisi bis Greccio.

Weiterlesen

Unsere Jahresernte - auf einer Insel im Rheinsee

InseWerd-SteinRhein-BrückeDie franziskanische Schweiz überrascht auch vielgereiste Schwestern und Brüder mit neuen Perlen. Unsere Klausurzeit vom Oktober haben wir auf der Insel St. Otmar im Werd verbracht. Sie liegt im Rheinsee, der den Bodensee wieder zum Fluss werden lässt. Seit gut 50 Jahren leben Franziskaner im kleinen Klösterchen, das der Abtei Einsiedeln gehört.

Hier haben wir an der Nordgrenze der Schweiz auf ein überreiches Teamjahr zurückgeschaut,  mit rund zwanzig Engagierten ein Dankesessen genossen und eine siebenköpfige Brüdergemeinschaft erlebt, deren ältestes Mitglied nur mal gerade 56 Jahre alt ist!

Weiterlesen

Flüchtlinge und Privilegierte - Nachklang zur Parlamentswahl

PapstFranz-US-Kongress In aller Schlichtheit sprach der Bischof Franziskus von Rom vor dem US-Kongress im September "als Kind von Migranten auf diesem Kontinent" zur Elite der amerikanischen Gesellschaft. Er bat eindringlich mit den Ärmsten, die im Land leben und die ins Land fliehen, geschwisterlich umzugehen. - Die Wahlen ins Schweizer Parlament machen Mitte Oktober deutlich: die grosse Gewinnerin ist jene Partei, die Ängste vor Europas Flüchtlingsströmen in der Bevölkerung aufgreift: mit reiner Abwehrpolitik. Abschottung löst jedoch weder die Probleme der Flüchtlinge noch die einer privilegierten Nation. Verteidigen wir unsere Privilegien? Verstehe ich Flüchtlinge? "Als Pilger und Gäste auf Erden" haben franziskanische Menschen die Chance...

Weiterlesen